„Überdurchschnittlich viel Reichtum“ haben die Menschen laut einer dpa-Meldung von Anfang Juni voriges Jahr „angehäuft“. Gegenüber 2020 stiegen demnach die Gesamtvermögen abzgl. Schulden um 10,3 Prozent auf 441 Billionen Euro. Davon entfallen laut Boston Consulting Group, die diese Fakten erhob, auf deutsche Reiche 20,2 Billionen.

Weltweit hielten 69.000 Ultrareiche, also Vermögende mit mehr als 100 Mio. Dollar, 15 Prozent allen investierbaren Besitzes. Spitzenreiter sind die USA mit 25.800 Ultrareichen vor China (8500) und Deutschland (3100). Was dieser Meldung fehlt, ist der Kontext zur Natur, der all dieser Reichtum gestohlen ist.

Nicht umsonst kommt der Begriff „privat“ aus dem lateinischen „privare“, wo es soviel wie „rauben“ heißt. Denn alles, was nur einem gehört, so der etymologische Kontext, fehlt der Gemeinschaft. Breitet sich also der Mensch über Wohn-, Gewerbegebiete und Agrarflächen immer weiter aus, geht das zu Lasten von Insekten, Pflanzen, Säugetieren und vielen anderen Mitgeschöpfen.

Mir war der Kontext bereits als Kind klar beim Lesen von „Lederstrumpf“, „Der letzte Mohikaner“ oder „Sitting Bull“, wo es um die Landnahme der Weißen in Nordamerika ging. Also die Landwegnahme den indigenen Völkern (wir sagten früher Indianer), den Bisons, Wölfen oder Grizzles. Sie alle wurden also bedrohlich dargestellt, dabei waren es die Europäer, die auf Grund ihrer unkontrollierten Reproduktion zuhause ihren Überschuss an Menschen in die ganze Welt exportierten, wohin diese „Christen“ Unheil, Zerstörung und Unterwerfung brachten.

Kürzlich las ich über die dramatisch schwindende Biodiversität, dass es sich bei ihr wie mit einem Flugzeug verhalte, in dem die Menschheit in 8000 Metern Höhe fliegt: Wenn eine einzelne Schraube oder Mutter fehle, bringe dies das Flugzeug (noch) nicht zum Abstürzen. Längst aber sei die Frage, wie viele „Bauteile“ noch unwiederbringbar verloren gehen dürfen, bis der Flieger abstürzt.

Das Schöne an dieser Vorstellung: Dieses Mal sitzen alle Milliardäre und „Ultrareiche“ mit an Bord. Und für alle steht dasselbe auf dem Spiel: Die eigene Existenz. Ich bin jedenfalls bereit. Denn ich fürchte Dummheit viel mehr als den Tod. Und dennoch versuche ich bis zum Schluss als Bordmechaniker, um im Bild zu bleiben, das Unmögliche. Denn gegen Ignoranz hilft Logik nicht.

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1 Comment

  1. Ralf Hokenmaier

    Logik wirkt seit Jahren nicht mehr…das wurde ja in den letzten zwei Jahren für alle sichtbar. Wenn man es sehen möchte.

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