Kennt nur die Konfrontation: Donald Trump.

Als Donald Trump vor seinem ersten Präsidentschaftswahlkampf in meine Wahrnehmung rückte, bestätigte er mir, dass in den USA alles möglich ist. Er war peinlich und nie hätte ich geglaubt, dass die Republikaner ihn nominieren und er dann auch noch die Wahlen gewinnt. Beides geschah. Danach glaubte ich, er werde binnen sechs bis zwölf Monaten genervt abtreten, weil Politik in einer Demokratie komplett anders funktioniert als das Führen von Unternehmen. Alternativ, so mein Irrtum, würden ihn das System oder der Kongress zwangsentheben.

Bezüglich dieses Mannes habe ich mich so oft getäuscht, dass ich mir das Spekulieren abgewöhnt habe. Nun halte ich alles für möglich, weil offenbar die politischen Korrektive nicht mehr funktionieren. Wie Schachfiguren hat Trump Minister, Botschafter, Berater, Richter und anderes Führungspersonal ausgewechselt. Dabei sind immer zwielichtigere und kriminellere „Figuren“ in sein Umfeld gerückt. Einige wenige, die Charakter haben, gingen von sich aus.

Wie er systematisch von Anfang an die Würde von Journalisten und damit die Pressefreiheit mit Füßen getreten hat, war eine Beleidigung für die Freiheit, die ja angeblich der USA höchstes Gut ist. Diesen Freiheitsbegriff hat der Mann pervertiert mit seinen Fake-news und rhetorischen Spielchen, man wird doch wohl noch sagen dürfen oder fragen dürfen. Mit Formulierungen wie „Es gibt Leute die sagen…“ oder seiner Gleichsetzung bei komplexen Themen von wissenschaftlichen Quellen und inkompetenten Bemerkungen von Lobbyisten hat er die Verwirrung, ja die Lüge, zum Prinzip erhoben.

Denn wenn Experten ihre Glaubwürdigkeit rechtfertigen müssen, fehlt ihnen die Kraft, Einfluss zu nehmen. Immer wieder hat Trump gezielt Menschen diskreditiert, in dem er „fragen lässt“ oder „man sollte mal prüfen“, ob die Person, zum Beispiel sein Vorgänger Barak Obama oder die jetzige Kandidatin der Demokraten für die Vize-Präsidentschaft, überhaupt wählbar sind, weil sie eventuell gar keine US-Amerikaner seien. Damit beschädigt er bewusst die Integrität von Menschen, die ihm in Persönlichkeit und Charakter weit überlegen sind, um sie „besiegen“ zu können.

Diesem Mann ist jedes Mittel recht, an der Macht zu bleiben. Vermutlich auch Krieg. Den Bürgerkrieg im eigenen Land – schwarz gegen weiß, arm gegen reich, fair gegen unfair u.v.m. – hat der Spalter längst befeuert. Nun kaufen auch Schwarze vermehrt Waffen. Damit bedient er die niedrigsten Instinkte von Menschen, vor allem die Panik und den Hass, damit sie ihn als Aufräumer im Amt bestätigen. Ihm ist jede Lüge recht und jede Infamie, um seine Ziele zu erreichen. Denn in Wahrheit regiert dieses Land kein Mann, sondern ein verletztes Kind. Das ist das gefährliche an ihm, zumal er andere verletzte Kinder um sich schart. Als Deutscher weiß ich, wovon ich spreche.

Zugleich entlarvt sich sein Charakter immer mehr. Ob das das Buch seiner Nichte ist, die vor ihm warnt, oder seine Widersprüche, die immer öffentlicher werden: Dass er in Wahrheit Polizisten und Soldaten verachtet, weil er es für idiotisch hält, sein Leben zu opfern, wenn man selbst davon nichts hat. Das tyrannische Kind hat nicht mal verstanden, dass diese Menschen ihre Gesundheit und ihr Leben für den Rechtsstaat riskieren – und für das Mutterland der Freiheit. Denn ohne Freiheit ist alles nichts. Auch seine Pandemie-Strategie, die Ansteckungsgefahr zu leugnen, um jetzt zu sagen, damit habe er Panik vermeiden wollen, macht doch immer mehr US-Amerikanern bewusst, welcher Zyniker und Brandstifter sie führt.

Vermutlich wird seine Strategie, noch mehr Hass und Panik unter alten, weißen Männern und deren Töchtern zu verbreiten, nicht verfangen. Vermutlich wird dieser Psychopath aber auch nicht freiwillig gehen, sondern weiter Verwirrung stiften über Wahlmanipulationen im Kontext von Briefwahl und Corona. Und was ich auch glaube: Viele US-Amerikaner hassen sich selbst so sehr und erkennen in Trump ihren eigenen deformierten Charakter, dass sie sich in diesem Kollektiv wohl fühlen. Endlich ist alles erlaubt: Frauen zwischen die Beine greifen („die will es doch auch“); Schwarze töten („die handeln doch eh mit Drogen“); Beamte bestechen („der Job steht mir ja eh zu“); Steuern hinterziehen („selbst schuld, wenn sie das nicht merken“) u.v.m.

Donald Trump hat das Primitivste im Menschen kultiviert. Und jetzt breitet es sich wie ein Flächenbrand aus: In Brasilien, der Türkei, Russland, Weißrussland, England, Europa. Die AfD-Politiker in Deutschland, Boris Johnsen in England, die Lega in Italien u.v.a. sind Trumps eifrigste Schüler. Die Saat ist aufgegangen. Selbst in mir selbst spüre ich Hass, wenn ich tief in mich hineinfühle und an Trump denke. Traurig und brutal zugleich. Trump darf nicht gewinnen, damit Menschen nicht (wieder) zu Monstern mutieren.

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