Weiß, wie virtuelle Kommunikation gelingt: Rhetoriktrainer Peter Flume. FOTO: RHETOFLU

Rhetoriktrainer Peter Flume hat sich mal wieder etwas Neues einfallen lassen. Der Experte in Sachen gesprochenes Wort, für den ich seit 2002 arbeite, womit er mein treuester Kunde ist, erfindet sich seit 25 Jahren regelmäßig neu. Jetzt hat er gemeinsam mit dem Schauspieler Vincent Courtens eine humorvolle Video-Reihe aufgesetzt, die vermittelt, worauf es bei der Kommunikation per Videokonferenz ankommt. Damit virtuelle Begegnungen genauso stark wirken, wie das persönliche Miteinander. Was uns im Alltag so praktisch vorkommt, hat auch Schattenseiten: Es fehlt die unmittelbare körpersprachliche Rückmeldung. Selbst beim Konferieren über Video kann die Einschätzung trügen, weil kein Augenkontakt besteht, oder verzögert übertragen wird. Schließlich entsteht über die Webcam immer eine Diskrepanz. Auch und gerade Emotionen können per Videochat schlecht transportiert werden. Sie werden oft über Betonung und Stimme übermittelt. Je nach Medium kann das falsch oder gar nicht ankommen.

Flume, der einst bei Walter Jens in Tübingen Rhetorik studiert hat, rät deshalb, sich innerhalb von virtuellen Gesprächen besonders deutlich auszudrücken und auch zu artikulieren. Hier gilt es, Doppeldeutigkeiten zu vermeiden. Das kann man innerhalb einer Konferenz beispielsweise durch eine gute Vorbereitung und/oder ein Skript sicherstellen. Monologe gilt es, tunlichst zu vermeiden. Die Faustformel: Immer an die Zuschauer denken und daran, welche Informationen diese benötigen – und welche nicht. Gesprächsteilnehmer können durch Rückfragen sicherstellen, dass sie richtig verstanden haben und selbst korrekt verstanden wurden. Aufmerksamkeit ist das Gebot der Stunde. Das fokussiert auch Flumes aktueller Fachtitel „Die Kunst der Kommunikation“. Einander ausreden lassen und nicht nebenher andere Dinge zu erledigen, ist in realen wie in virtuellen Gesprächen höflich und wichtig.

Eine gute Haltung ist nicht nur gut fürs Kreuz. Sie macht unter anderem im Videochat Sinn. Die Stimme kann im aufrechten Sitzen besser und sympathischer klingen. Ein Lächeln zwischendurch lockert die Gesichtszüge sowie die Gesprächsatmosphäre auf. Für die Körpersprache gibt Flume folgenden Tipp: Gestik und Mimik sind auch bei Videokonferenzen erwünscht. Allerdings ist hier der Bildausschnitt begrenzt, sodass Gesten im Rahmen des Sichtfensters ausgeführt werden und nicht zu schnell sein sollten. Nicht zu vernachlässigen ist auch die Kleidung im virtuellen Meeting. „Die Leute erschrecken vor ihrem eigenen Bild, statt sich gezielt in Szene zu setzen“, sagt der Schauspieler Vincent Courtens. Sein Tipp: Die persönliche Marke herausstellen und Alleinstellungsmerkmale setzen.

Mein Fazit: Ein virtuelles Gespräch ist genauso wichtig, wie ein Persönliches. Mach dir die Schwachstellen einer digitalen Kommunikation bewusst und vermeide Missverständnisse durch eine besondere Achtsamkeit in der Vorbereitung und während des Gesprächs.

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