Einweisung am Freitagabend: Bogen und Köcher mit Pfeilen für jeden Mann.

Ein kraftvolles Wochenende haben zwölf Teilnehmer mit Christian Kindler (intuitives Bogenschießen) und mir als Gestalttherapeut und Männer-Coach im Hohenloher Bildungshaus Kloster Schöntal erlebt. In deren Rückmeldebögen am Sonntag vor der Abreise waren die Teilnehmer im Alter von 24 bis 66 Jahren voll des Lobes über unsere Arbeit mit ihnen.

Die Begann am Freitag nach Ankunft und Abendessen auf einem abgeschiedenen Teil der Klosteranlage, wo wir seit Jahren den Schießplatz einrichten mit den drei Zielscheiben und dem Fangnetz dahinter. Für jeden Mann bringt Christian einen Bogen, einen Köcher mit vier Pfeilen und einen Armschutz mit, in deren Anwendung er die Männer an dem Abend unterweist und erste Pfeile schießen lässt.

Nach einer Bogeneinheit am Samstag nach dem Frühstück übernehme ich die Gruppe im Saal und führe die Männer rasch an ihre Gefühle und unterschiedlichen Wahrnehmungen heran, in dem ich sie zu Aussagen wie „ich kämpfe gerne!“ oder „wenn ich kämpfe, gewinne ich!“ im Raum aufstellen lasse. Dabei steht eine Wand für „trifft voll zu“ und die gegenüberliegende für „überhaupt nicht“.

Hinter der Klosteranlage liegt der Schießplatz. Im Seminarraum gilt Verschwiegenheit über alles, was passiert. FOTOS: FROMM

Schon hier nehmen die Männer wahr, wie verschieden sie sind und können sich gegenseitig fragen, warum sie stehen, wo sie stehen. So erfahren die Männer bereits hier viel übereinander, wobei alles freiwillig und vertraulich ist und jeder Mann für sich sorgt. Im Stuhlkreis folgen Befindlichkeitsrunden und Reflexionen, damit die Männer trainieren, ihre Gefühle wahrzunehmen und zu artikulieren.

Im Wechsel steigert sich die Intensität auch auf dem Bogenplatz, wenn die Männer Ziele treffen oder auf Luftballons dreidimensional schießen sollen. „Hier könnt ihr Intuition, Loslassen und Vertrauen üben,“ ermuntert Christian die Männer immer wieder, die Übung nicht als Wettbewerb und Vergleich zu verzwecken, sondern zur persönlichen Wahrnehmung von Körperhaltung, Fokussierung und Konzentration zu nutzen.

Bei mir im Saal geht es um den Transfer: Wo bin ich in meinem Alltag nicht fokussiert, traue ich mich nicht loszulassen oder unterdrücke meine Wut? Dabei kommt ein breites Spektrum an Themen hoch aus Beruf, Partnerschaft oder in anderen Beziehungen. Für drei Prozessarbeiten, bei denen ich mit den Männern auch biographisch in die Tiefe gehe, reicht der Samstag, der in geselliger Runde beim Bier im Klosterhof ausklingt.

Schießen in die Weite, ein Ahnenritual und eine sehr intensive Andacht, bei der persönliche Anliegen zur Sprache kommen, runden das dichte Wochenende am Sonntag ab. Und nahezu alle Männer bekunden, künftig ihre Gefühle mehr wahrnehmen und ihnen folgen zu wollen. Wer gleichfalls eine solche Erfahrung machen will, hat 2022 gleich vier Mal dazu in Kloster Schöntal Gelegenheit.

Meine gestalttherapeutischen Männer-Wochenenden dort befassen sich vom 18.-20. Februar mit dem Thema „Scheitern“. Vom 06.-08. Mai geht es um „Brüder und Geschwisterkonstellationen“; am 01.-03. Juli folgt wieder der „Krieger-Workshop“ und vom 11.-13. November geht es um „Mein Umgang mit Konkurrenz.“ Infos und Anmeldung bei mir oder direkt im Bildungshaus.

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