Petra Schiller (l.) bei ihrer Amtseinsetzung am Mittwoch in Waiblingen: Die neue Schuldekanin hatte mich 2009 zur Gestalttherapie geführt. FOTO: FROMM

In festlichem Rahmen ist Petra Schiller diesen Mittwoch in ihr Amt als katholische Schuldekanin des Rems-Murr-Kreises in Waiblingen eingeführt worden. Die 56-Jährige trat im September die Nachfolge von Eva Neundorfer-Prade an, die das Amt zwölf Jahre geprägt hatte. Im Ökumenischen Haus der Begegnung begann der Festakt im Beisein von 100 Lehrerinnen, Theologen, Rektoren und Freunden mit einer Andacht.

Petra, die wie ich aus Neckarsulm stammt, hatte mich 2009 in einer Lebenskrise neugierig auf Gestalttherapie gemacht. Sie war die Auslöserin, dass ich ab 2010 eine Ausbildung zum Gestaltpädagogen machte und ab 2012 zum Gestalttherapeuten. Mehr noch: Da einer der Ausbilder Mitglied bei MKP ist, mit dem ich meinen Agentur-Kollegen Michael Sudahl zusammenbrachte, begann auch er eine Ausbildung, weshalb wir heute beide und teils gemeinsam als Coaches arbeiten.

Ordinariatsrätin Ute Augustyniak-Dürr vom Bischöflichen Ordinariat hob am Mittwoch Schillers Befähigung für die Aufgabe einer Dekanin hervor. Die studierte Religionslehrerin, die seit vielen Jahren am Seminar für Didaktik und Lehrerbildung Ludwigsburg als Fachleiterin für katholische Religion Lehramtsanwärter ausbildet, Organistin und Chorleiterin ist und nebenberuflich eine vierjährige Ausbildung zur Gestalttherapeutin absolviert hat, bringe viele Kompetenzen mit. Ihre Vorgängerin sei klar, strukturiert, kollegial und ökumenisch gewesen, so die Dienstherrin.

„Religionsunterricht ist Teil der kulturellen Bildung, bei der es stark auf die Persönlichkeit der Lehrkraft ankommt,“ betonte Dekan Manfred Unsin. Er sei erwartungsvoll, welche Akzente die Neue setze. Ein flammendes Plädoyer für die Relevanz des Religionsunterrichts an den Schulen hielt Sabine Hagenmüller-Gehring. Die Leitende Schulamtsdirektorin des Staatlichen Schulamts Backnang hält die persönliche Wertschätzung für ein zentrales Element, das Religion transportiere.

Dass Schiller bereits bislang Lehrer ausbildet, ist für Sabine Klass ein Indiz, dass die gebürtige Neckarsulmerin die Sorgen der Schulleiter kennt. Die Rektorin der Geschwister-Scholl-Realschule in Winnenden begrüßte die neue Dekanin im Namen aller Schulleiter im Kreis und gab ihr zu bedenken: „Sie müssen es nicht immer allen Recht machen.“ Manchmal seien klare Standpunkte hilfreicher.

Eva Neundorfer-Prade, die nun Rektorin an der Staufer-Gemeinschaftsschule in Waiblingen wurde, wünschte ihrer Nachfolgerin, „dass sie das Netzwerk trägt, das ich geknüpft habe.“ Sie erinnerte an den Amoklauf in Winnenden vom März 2009, der ihre Arbeit massiv inspiriert und kultiviert habe. „Man sieht nur mit dem Herzen gut“, zitierte Petra Schiller den „kleinen Prinz“ in ihrem Grußwort zum Schluss. Als Zehntklässlerin habe sie 1977 das Zitat erstmals gehört, das seither ihr Leben präge.

Herzensbildung könne auch Herzblut kosten, so ihre Erfahrung. Weil aber Religionsunterricht essentiell zur Herzensbildung beitrage, sei er unverzichtbares Element jeder Schule. Zuvor hatten 20 Religionslehrerinnen im kirchlichen Dienst für ihre scheidende und ihre neue Dekanin ein Segenslied gesungen. Abschließend waren die Gäste aus der gesamten Diözese von Wangen im Allgäu bis Bad Mergentheim zu einem Imbiss eingeladen, bei dem viele Kontakte gepflegt und aufgefrischt wurden.

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